Besonders bei kostenlosen Fotos im Netz ist Vorsicht geboten. Oftmals werden diese Bilder  ins Web gestellt, um hinterher deren Nutzer wegen unzureichender Quellenangaben abzumahnen.

Auch wir haben uns hin und wieder der kostenlosen Datenbanken bedient, um Online-Artikel zu bebildern. Und prompt ist uns neulich bei einem Foto eine Abmahnung ins Haus geflattert. 2000 Euro wollte der Anwalt an Schadenersatz und Gebühren haben für ein Bild, das umsonst im Netz verfügbar war und wir verwendet haben – nur bei dem wir vergessen haben, den vollständigen Namen des Fotografen darunter zu schreiben. Dank unserer Anwältin ist es gelungen, den größten Teil der Forderung abzuwehren.

Bitte nicht falsch verstehen: Wir sind  schon der Meinung, dass Fotografen für ihre Arbeit ein faires Honorar zusteht. Aber welche Forderungen im Fall der Abmahnung zum Teil gestellt werden, ist schon verrückt. Bei der Recherche rund um das Thema sind wir auf einen perfiden Trick gestoßen: Es gibt offenbar Anwälte, die über Mittelsmänner bzw. -frauen Fotos ins Netz einstellen lassen. Bei den Fotos handelt es sich meistens um Symbolbilder, die vielfach Verwendung finden können. Dann werden diese Fotos über spezielle Programme im Netz verfolgt – und bei falscher Quellenangabe – was häufig nicht aus böser Absicht sondern aus Nachlässigkeit heraus vorkommt – wird sofort abgemahnt, zum Teil mit  Honorarforderungen von 1000 Euro und mehr.

Die Bilddatenbanken selbst weisen in ihren AGB ausdrücklich darauf hin, dass Fotos nur frei zur Nutzung sind, wenn ein vollständiger Quellenhinweis mit Nennung des Fotografen und der Datenbank selbst erfolgt. Und so sollte man es auch handhaben. Oder besser noch: Man kauft sich ein Bild in einer nicht kostenfreien Stockfoto-Datenbank. Auch dort muss man zwar auf eine Quellenangabe achten, aber man hat eher die Gewissheit, dass diese Bilder nicht mit dem Hintergedanken der Abmahnung eingestellt wurden. Und meistens sind diese Fotos auch noch von der Qualität her deutlich besser.


Stefan Freiwald

Stefan Freiwald ist Inhaber von Freiwald Kommunikation - Büro für Journalismus, PR und Marketing in Vechta. In diesem Blog berichtet er aus seiner Erfahrung als Agenturchef und Journalist.

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