Festschrift 150 Jahre Realschule Lohne: Hochglanz und emotional ansprechende Fotos ziehen sich durch das komplette Buch.

Festschrift 150 Jahre Realschule Lohne: Hochglanz und emotional ansprechende Fotos ziehen sich durch das komplette Buch.

Festschrift: Das klingt nach einem dicken Buch, das man getrost im Regal verstauben lassen kann. Dabei können Bücher, die zum Jubiläum eines Unternehmens, einer Schule oder eines Vereins verfasst werden, durchaus spannnend und interessant gemacht sein. Es kommt vor allem auf die Herangehensweise an. Wir verraten fünf Erfolgsfaktoren:

1. Menschen

Eine Institution lebt nicht durch sich selbst, sondern Menschen füllen sie mit Leben.  Das wird leicht vergessen. Stattdessen neigen Firmenchefs und Vereinsvorsitzende dazu, eine Chronik an Ereignissen festzumachen. Doch letztlich sind es nicht der Umzug in das moderne Gebäude vor 20 Jahren, die Umwandlung in eine Aktiengesellschaft oder die Eröffnung der Tennisabteilung in einem Sportverein, was lesenswert ist, sondern es sind immer die Menschen dahinter, die Geschichte lebendig machen. Wenn man sie vorstellt und ihre Geschichte erzählen lässt, erzählt man auch automatisch etwas über das Vereins-, Firmen- oder Schulleben. Übrigens: Meistens sind auch die Geschichten der so genannten guten Geister (Pförtner, Hausmeister, Platzwart) mindestens genauso interessant wie die des Vorstandsvorsitzenden. Und oft sind diese „kleinen Leute“ ein ganz wichtiger Teil des Unternehmens, der Schule oder des Vereins.  Um der Chronistenpflicht genüge zu tun, reichen meist eine Zeitleiste und wenige Absätze in einem Text.

2 Wenig Vergangenheit, viel Gegenwart

Wer Punkt 1 beherzigt kommt automatisch zu der Erkenntnis, dass die Gegenwart meistens spannender ist als die Vergangenheit. Denn die Menschen in der Gegenwart kennt jeder. Sie stehen dem Autor zur Verfügung, um ihre Geschichte zu erzählen. Sicher: Spannend kann auch eine Episode sein, in der erzählt wird, wie ein vorausschauender Mann oder eine vorausschauende Frau vor 100 Jahren mit einer besonderen Geschäftsidee eine Firma gegründet haben, welche Fallstricke ihnen gelegt wurden, welche Rückschläge sie erleiden mussten. Aber noch lebendiger ist die Gegenwart und die Geschichten der Menschen, die man kennt. Nicht immer ist ein Ereignis in der Vergangenheit für die Gegenwart von Bedeutung. Die Kunst besteht wie so oft im Weglassen. Aus unserer Erfahrung hat sich ein Verhältnis von 1:3 oder 1:4 (Vergangenheit : Gegenwart) bewährt.

3. Klare Gliederung

Oft werden Festschriften beim ersten Mal nur durchgeblättert. Und schon beim ersten Durchblättern sollte der Leser eine Struktur erkennen. Deswegen sollte eine Festschrift keine Sammlung von Aufsätzen sein sondern einer Dramaturgie folgen. Die könnte mit der Gründung beginnen und über die Historie in die Gegenwart führen. In der Gegenwart werden zum Besipiel die Firmenphilosophie erklärt, Abteilungen und interessante Menschen vorgestellt. Kurze Stücke sollten sich mit langen Stücken abwechseln. So bekommt der Leser zwischendurch immer wieder kleine Pausen. Ein Inhaltsverzeichnis ist übrigens ein Muss. Erstellen Sie es am besten gleich am Anfang, dann merken Sie schnell, ob Sie eine gute Gliederung haben.

4. Unterschiedliche Formate

Bitte einen Text über Gründung einer Firma nicht so beginnen: „Am 13. Mai 1856 gründete Alfons X in Y ein Walzwerk. Es hatte zwölf Mitarbeiter. Schon ein Jahr später waren es 100 Arbeiter. Das Geschäft konzentrierte sich auf…“ Das klingt richtig langweilig. Wer diesen Text, der vermutlich bis in die Gegenwart reicht wohl zu Ende liest? Versuchen Sie nicht, sich als Chronist zu verstehen sondern als Erzähler, der versucht, seinem Publikum eine Geschichte so spannend wie möglich nahe zu bringen. Und dazu gehört auch die Wahl des richtigen Formats. Der Chef lässt sich zum Beispiel mit einem gut gemachten Fragebogen mehr hinter dem Ofen hervorlocken als über einen langes Vorwort, das ohnenhin so gut wie niemand liest. Man könnte auch eine Abteilung und ihre Arbeitsweise nur über Fotos erklären.

Das Zauberwort heißt Storytelling. Eine Geschichte so spannend wie möglich erzählen – im Text und im Bild.

Statistik Realschule Lohne

5. Tolle Optik

Das Auge isst bekanntlich mit. Wir alle sind visuelle Menschen und lassen uns über ein starkes Bild viel leichter in den Bann ziehen als über Texte, so gut sie auch gemacht sind. Anders wäre der Siegeszug des Fernsehens auch nicht zu erklären. Bilder setzen Ankerpunkte, wecken Emotionen. Achten Sie auf die Faustregel: Eine Seite sollte mindestens zu einem Drittel aus Bildern bestehen, am besten sogar die Hälfte. Arbeiten Sie zudem mit Infografiken, Artwork und lassen Sie nicht Gruppenbilder dominieren. Auch hier gilt: Lieber ein Closeup auf eine Person als immer nur aus falsch verstandener Chronistenpflicht das Ganze zeigen.

Übrigens gilt die Optik auch für den Druck einer solchen Festschrift. Den ersten Eindruck über ein Buch erhält man nicht über den Inhalt sondern darüber, wie es in der Hand liegt. Wählen sie Papier, das sich wertig anfühlt. Lassen Sie immer in Hochglanz (es sei denn, sie sind der örtliche Naturschutzbund, der Wert auf Recyclingpapier legt) und vierfarbig drucken. Beim Umschlag empfehlen wir in der Regel ein Hardcover.

Auszug der Festschrift 150 Jahre Realschule Lohne von Freiwald Kommunikation

Kategorien: Corporate Publishing

Stefan Freiwald

Stefan Freiwald ist Inhaber von Freiwald Kommunikation - Büro für Journalismus, PR und Marketing in Vechta. In diesem Blog berichtet er aus seiner Erfahrung als Agenturchef und Journalist.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden .

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen